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    Landesbezirks-Newsletter 04 (November 2021)

    Landesbezirk Berlin-Brandenburg

    Landesbezirks-Newsletter 04 (November 2021)

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    VORWORT

    Liebe Kolleginnen und Kollegen,

    ver.di ist eine durchsetzungsorientierte und durchsetzungsstarke Organisation. Das habt Ihr, das haben wir in den vergangenen Monaten immer wieder gemeinsam unter Beweis gestellt – mit Tarifabschlüssen, von denen allein in unserem Landesbezirk viele tausend, manchmal mehr als 200.000 Beschäftigte profitieren: Weil sie mehr Geld verdienen, weil wir für die schlechter bezahlten Lohngruppen mehr herausholen und weil wir damit Arbeits- und damit Lebensbedingungen sehr konkret verbessern.

    Beispiel Handel: Wir haben die monatelange Hinhaltetaktik der Arbeitgeber und ihren Versuch, mit Sonderkonditionen für wirtschaftlich schwächere Unternehmen die Tarifgemeinschaft aufzubrechen, abgewehrt. Stattdessen haben wir kräftige Lohnsteigerungen von 4,7 Prozent im Einzel- und auch im Großhandel durchgesetzt. Deutlich war: Die Verkäuferinnen und Verkäufer sind auch deswegen für ihre Forderungen in den Warnstreik gegangen, weil sie sich nach den harten Corona-Monaten nicht mehr von den Arbeitgebern abspeisen lassen wollen. Es geht eben immer auch um Respekt.

    Unglaublich erfolgreich war der harte Kampf der Berliner Krankenhausbewegung. Die Kolleginnen und Kollegen haben monatelang auf den Straßen, in den Krankenhäusern, in Townhall-Meetings per Zoom, im persönlichen Gespräch und in Diskussionen mit den Berliner Lokalpolitiker*innen eine so breite Bewegung auf die Beine gestellt, dass kaum jemand eine/r Berliner/in an ihren Forderungen vorbeikommen konnte.

    Nun hat ver.di mit Charité und Vivantes ein kostenwirksames Instrument in den Tarifvertrag eingezogen, mit dem wir im besten Fall eine so gute Personalausstattung auf den jeweiligen Stationen sicherstellen, dass die Kolleginnen und Kollegen ihre Arbeit am Patienten sorgfältig und ohne Dauerstress erledigen können. Wo dies nicht klappt, muss der Arbeitgeber ihnen die erledigte Mehrbelastung in Freitagen gutschreiben. Das ist zukunftsweisend, auch für andere Branchen.

    Mit dem Tarifvertrag für die Vivantes-Tochterunternehmen ist es uns zwar nicht gelungen, den TVöD in Gänze durchzusetzen. Mit einem kräftigen Gehaltssprung haben wir uns aber deutlich an ihn herangerobbt. Was auch wichtig ist: Die von den Arbeitgebern betriebene Zwei Klassen-Gesellschaft der Beschäftigten in den Krankenhäusern in pflegerisch und nicht pflegerisch Tätige haben wir aufweichen können.
    In der aktuelle Tarifgrunde ist Asklepios in Brandenburg hingegen nicht einmal bereit, seinen Beschäftigten 95 Prozent von dem zu zahlen, was er in Hamburg zahlt – und das über 30 Jahre nach der Wiedervereinigung. Das ist Lohndiskriminierung pur und hat mit Wertschätzung und Respekt für die Leistung der Beschäftigten nichts zu tun! Wenn sich Politiker*innen wundern, warum sich Wähler*innen von den demokratischen Parteien verabschieden: Hier können sie viel dazulernen, warum das so ist. Wir drücken den Kolleginnen und Kollegen alle Daumen und hoffen, dass wir bald zu einem Abschluss kommen – inzwischen haben die Kolleginnen und Kollegen mehr als 20 Tage Warnstreik hinter sich.
    Ich wünsche Euch besinnliche Adventstage. Herzliche und kollegiale Grüße

    Euer
    FRANK