Finanzdienstleistungen

    Erste Warnstreiks in Berlin und Brandenburg

    Tarifrunde Banken BB

    Erste Warnstreiks in Berlin und Brandenburg

    Die bundesweiten Tarifverhandlungen für die öffentlichen und privaten Banken sind bislang ohne Ergebnis geblieben.
    Frau mit ver.di-Weste befestigt Plakat "Warnstreik" C. v. Polentz Tarifrunden Banken: erste Warnstreiks in Berlin und Brandenburg


    Die bundesweiten Tarifverhandlungen für die öffentlichen und privaten Banken sind bislang ohne Ergebnis geblieben. Auch die Verhandlungsrunden am 22. und 24. September haben keine weitere Annäherung erbracht. Die privaten Banken verhandeln seit 1972 erstmals getrennt von den öffentlichen Banken.

    Daher hat die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) die Beschäftigten der Berliner Sparkasse, der Landesbank Berlin Holding AG, der Investitionsbank Berlin, der Investitionsbank des Landes Brandenburg, der LBS Ostdeutsche Landesbausparkasse und der LBS Norddeutsche Landesbausparkasse Berlin-Hannover am Standort Berlin zu einem ganztägigen Warnstreik am Dienstag, dem 28. September 2021 aufgerufen. An diesem Streiktag sind auch Beschäftigte privater Banken – darunter der Commerzbank AG, der Deutschen Bank AG, der Targobank AG und der Unicredit Bank AG - zum Warnstreik aufgerufen.

    Am Dienstag, dem 28. September 2021 wird es eine gemeinsame Streikkundgebung der privaten und öffentlichen Banken um 10.00 Uhr am Brandenburger Tor geben.

    „Die Beschäftigten erwarten zu Recht einen fairen Tarifabschluss und angemessene Entgelterhöhungen. Sie waren in Pandemiezeiten für die Kunden da und haben ihnen geholfen, Lösungen zu finden, wenn auf Grund der Pandemie das Geld knapp wurde, Privatkredite wegen Kurzarbeit nicht bedient werden konnten oder Notprogramme schnell umgesetzt werden mussten. Es ist aus unserer Sicht unverständlich, warum die öffentlichen und privaten Arbeitgeber diese Leistungen nicht entsprechend honorieren wollen.“, sagte Marcus Borck, ver.di Fachbereichsleiter Finanzdienstleistungen Berlin-Brandenburg.

    „Die Krise hat gezeigt, dass mobiles Arbeiten möglich ist. Jetzt müssen auch die dazu notwendigen Bedingungen und Voraussetzungen tarifvertraglich geregelt werden“, erklärte Sebastian Orthmann, zuständiger ver.di-Gewerkschaftssekretär im Bereich Finanzdienstleistungen. 

    Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) fordert für die öffentlichen (und die privaten) Banken eine Erhöhung der Gehälter um 4,5 Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten und einer sozialen Komponente über 150 Euro sowie ein Wahlrecht zwischen Gehalt und Freizeit und eine Regelung zur mobilen Arbeit. Die Gewerkschaft fordert, dass die Beschäftigten einen Anspruch darauf haben sollen, bis zu 60 Prozent ihrer Arbeitszeit mobil zu arbeiten. Dafür sollen sie einen Anspruch auf eine Erstausstattungspauschale in Höhe von 1.500 Euro erhalten.